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STEFAN SCHELLER DER PERSOBLOGGER

Stefan Scheller ist einer der bekanntesten HR-Blogger im deutschsprachigen Raum. Er setzt sich mit einer Vielzahl an HR-Themen auseinander und beleuchtet sie aus unterschiedlichen – durchaus auch kritischen – Blickwinkeln. Hauptberuflich ist er selbst ein HR-Praktiker und ist bei der DATEV eG als Fachberater Personalmarketing und Employer Branding tätig.

Das Employer Branding ist eine Herzensangelegenheit für dich. Welche aktuellen Trends beobachtest du gerade?

Die Corona-Krise hat hier in vielerlei Hinsicht bestehende Entwicklungen beschleunigt. So zeigen sich gerade jetzt bei vielen Unternehmen Defizite, was den Umgang mit den Beschäftigten in der Krise angeht. Stichwort: Arbeits- und Unternehmenskultur. Darüber hinaus spielt Social Media und das, was man mit dem Begriff „Arbeitgeber-Markenbotschafter“ oder neudeutsch „Corporate Influencer“ bezeichnet, eine immer stärkere Rolle. Employer Branding machen also zukünftig nicht mehr nur die Personaler, sondern alle Beschäftigten. Naja, zumindest geht der Trend in diese Richtung, was ich sehr begrüße.

Wie es mit dem Thema Recruiting weitergeht, wird sich zeigen. Fest steht aber, dass die in der Corona-Zeit entdeckten virtuellen Möglichkeiten zum Austausch mit Bewerbern auch nach der Krise Bestandteil des Recruiting-Methoden-Portfolios bleiben werden.

Stefan, du als „bunter Hund im HR“ beschäftigst dich oft mit vielen Themen und Projekten gleichzeitig. Was steht gerade auf deiner To-Do-Liste ganz oben?

Derzeit steht auf meiner Persoblogger-To-Do-Liste der weitere Ausbau meiner Seite zum HR-Portal. Der Wandel vom persönlichen Blog (der noch immer Teil des Portals ist, aber um zahlreiche Mehrwertangebote und Services für Personaler erweitert wird) hin zur großen Plattform aus und für die HR-Community, nimmt viel Zeit und auch finanzielle Ressourcen in Anspruch. Darüber hinaus entstehen gerade spannende Kooperationen mit Autoren, beispielsweise im Bereich Arbeitsrecht oder steuerlich relevanter Texte. Für „nebenher“ zum anspruchsvollen Hauptjob bei DATEV, ist das eine Menge Holz. Daher baue ich stufenweise um und verprobe viel.

Auf unserem HR Excellence Forum 2020 wirst du mit deinem Beitrag „Von der Employer Kommunikation zur Employee Kommunikation – Ein Praxisfall“ Einblicke in ein Projekt bei DATEV geben. Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Employee Kommunikation“ und warum ist sie aus deiner Sicht so wichtig?

Seit Jahren redet die HR-Szene von der Notwendigkeit einer „authentischen Arbeitgeberkommunikation“. Stehengeblieben sind viele Unternehmen bei Bildern von Mitarbeitern und geskripteten Texten, die von diesen „Testimonials“ vor Agentur-Kameras vorgelesen werden. Ich möchte aufzeigen, wie der Weg von der gesteuerten zentralen Arbeitgeberkommunikation hin zur ungesteuerten – und ja, auch unzensierten – Kommunikation durch die Belegschaft intern wie extern in der Praxis aussehen kann. Hier gibt es spannende Learnings. Vor allem, weil eben doch nicht immer alles funktioniert, was sich Branding-Verantwortliche so ausdenken. Aber lasst Euch gerne überraschen…